Adventssingen – ein neuer Trend(?)
In der Markuskirche heißt das Offenes Singen – schon seit 1986.
Zum vierten Adventssonntag lud die Markus-Kirchengemeinde wieder zum traditionellen „Offenen Singen“ in ihre Kirche ein. Unterstützt wurde das gemeinsame Singen unter der Leitung von Kantor Uwe Krause von der Dekanatskantorei, dem Kinderchor, der Flötengruppe und dem Posaunenchor. Damit die vielen Musiker und Sänger Platz haben, mussten neben dem Altarbereich Kirchenbänke beiseite geräumt werden.


Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannover griff diesen auf und lud 2022 erstmals zum „Großen Hannoverschen Stadionsingen“ ein. 9000 Menschen nahmen damals die Einladung an und sangen gemeinsam im Niedersachsenstation weihnachtliche Lieder, unterstützt von Kinder-, Opern- oder Gospel-Chören sowie Blechbläsern – wie in Butzbach auch. 2024 kamen dann schon 20.000 Teilnehmer, und in diesem Jahr waren es Mitte Dezember 31.500 Menschen, die gegen Eintritt gemeinsam Singen wollten.

Woanders nennt man das „Offene Singen“ weniger technisch Adventssingen oder Weihnachtssingen und füllt mittlerweile ganze Fußballstadien mit diesem Angebot. Von Rostock bis nach München und von Köln bis nach Cottbus waren es über 20 Stadien, in denen in der Vorweihnachtszeit gemeinsam gesungen wurde. Das ist ein Trend, der nach der Gemeinschaft-verhindernden Corona-Zeit einen regelrechten Schub erfuhr.
Zum textsicheren Mitsingen werden, wie in Butzbach, Liederhefte verteilt; in anderen Stadien erscheinen die Texte auf den großen Bildschirmen wie beim Karaoke-Singen. Erfunden hat‘s der 1. FC Union Berlin, der erstmals am 23. Dezember 2003 zum Weihnachtssingen in sein Stadion einlud – und 89 Fans kamen.
In Butzbach gibt es das gemeinsame Singen schon seit 1986 und zählt regelmäßig zu den am besten besuchten Veranstaltungen für die ganze Familie in der Markuskirche. „Die Betonung liegt auf gemeinsam“, mit der Kantor Krause bei seiner Begrüßung die Gemeinde einlud, kräftig mitzusingen. Bekannte und neue Weihnachtslieder wurden im Wechsel mit der Kantorei gesungen oder von den Flötenspielern, Blechbläsern und der Kirchenorgel begleitet.
Einen besonderen Auftritt hatte der Kinderchor der Markus-Kirchengemeinde unter Leitung von Jonathan Kreuder. In dem kleinen Musical unterhalten sich die Kerzen über Frieden, Freude, Hoffnung und die Liebe in der Welt.

Das Lied „Es kommt ein Schiff, geladen bis an sein‘ höchsten Bord“ gehört zu den ältesten geistlichen Liedern und wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts komponiert, wie Krause erklärte. Seitdem wird es jedes Jahr von den Christen gesungen. Es vertont lautmalerisch die Ankunft des vollbeladenen Lastkahns, der symbolisch für Jesus Christus steht.
„Advent bedeutet wörtlich übersetzt Ankunft. Christus kommt auf die Erde zu uns Menschen. Wir wünschen uns eine besinnliche Adventszeit, um anzukommen, bei uns selbst, bei Gott. Ist das ein frommer Wunsch“, fragte Krause rhetorisch, „oder es so, wie Karl Valentin es einmal ausdrückte: Wenn die Stille Zeit vorüber ist, dann wird’s auch wieder ruhiger.“
Vorstehende Presseveröffentlichung vom 27.12.2025 wurde freundlicherweise vom Autor Rüdiger Fanslau bereitgestellt.

